Rumänien: Land und Leute

 

Im Jahr 1975 gelangte ich mit zwei Freunden aus der DDR über Tschechoslowakei und Ungarn nach Rumänien. Wir verbrachten zehn Tage im Land und ich konnte feststellen, daß es eine ungewöhnlich reiche Bauernkultur dort gibt, die in ihrer Ausprägung noch vor meinen bäuerlichen Erlebnissen in Tirol und Südtirol angesiedelt war.

So bemühte ich mich seit 1978 um ein Graduiertenstipendium des DAAD, was 1979 bewilligt wurde. Vier Bergregionen wurden zur Dokumentation bäuerlichen Lebens und energiesparender Technik ausgewählt und – unter gewissen Schwierigkeiten – festgehalten. Der politische Druck vor Ort war so groß, daß ich enge Freundschaften schloß, die immer noch andauern. Fast jedes Jahr weilte ich einmal im Land, um immer wieder neue Aspekte zu betrachten. Dabei dehnte ich meine Sicht auch auf städtische Zustände und Entwicklungen aus.

Seit 1986 arbeitete ich beim „OSTEUROPA-Info“ (Junius-Verlag, Hamburg) mit, später im „Rumänien-Arbeitskreis“ der Heinrich Böll-Stiftung.

Als das kommunistische Regime des Ceausescu-Clans über Nacht stürzte, befand ich mich am Unterlauf des Orinoco in Venezuela und konnte die Ereignisse kaum fassen. Nun war das Balkanland endlich leichter zu bereisen.

1997/98 fuhr ich alle vor siebzehn Jahren besuchten Orte an und dokumentierte sie aufs Neue – diesmal aus eigener Tasche. 1999 folgte eine Heirat mit einer Maramurescherin aus dem Iza-Tal, die unsere Tochter Paula Isabella auf die Welt brachte. 2004 erfolgte die Scheidung.

Um den Fortbestand der von mir erfassten Haus-, Walk-, Säge-, Ölmühlen geht es in der dritten Untersuchung, die im Sommer 2015, auf Basis meines ersten, 1979/80 erstellten Bildmaterials, durchgeführt wurde.

Weiterhin fahre ich jedes Jahr möglichst einmal nach Rumänien und Moldaurepublik. Einerseits, um die Schwiegermutter meiner zweiten Frau und deren Familie in Rozavlea, Maramuresch, zu besuchen. Andererseits fahre ich auch zu alten und neuen Freunden und bespreche die Entwicklung der Länder mit ihnen.